Bericht von Heidrun Simoneit in der Badischen Zeitung vom 06.05.2019

Doppelkonzert des Musikvereins Kappel und des Musikvereins Dittishausen

LENZKIRCH-KAPPEL. In drei Stunden rund um die Welt und das gänzlich emissionsfrei – wer sich für diese Art des Reisens entschieden hatte, war beim Doppelkonzert des Musikvereins Kappel und des Musikvereins Dittishausen genau richtig. Mit kleinen Handgepäck und ausgeschalteten Handys legten zahlreiche Gäste in der vollen Hochfirsthalle ihr Schicksal kurzentschlossen in die Hände erfahrener Piloten und einer äußerst kompetenten Pilotin. Manch Fluggast musste sich auf Grund der starken Nachfrage mit einem Stehplatz am Ende der Halle begnügen.

 

Rund um die Welt: Beim Doppelkonzert in der Hochfirsthalle ging es rasant durch die Lüfte.


"Machen Sie es sich bequem, entspannen Sie sich. 1-2-3, ready for takeoff" , leitete Bordbegleiter Andreas Schurt, Vorsitzender des Musikverein Kappel, den rasanten Start in einen musikalischen Nachtflug ein. Mit Walter Winterhalder, Wolfgang Wehrle und Anna-Lena Huber am Steuer des Großraumfliegers ging es quer durch die bunte Welt. Die Besucher überflogen atemberaubende Landschaften, stiegen kurzfristig mit dem Stück "Oregon" in einen rumpelnden Dampfzug um, begaben sich bei "The Foggy Island" auf Entdeckungsreise durch eine neblige Insellandschaft, erlebten mit "Klang der Alpen" die einzigartige Landschaft , hörten Alphornjodler, Kuhglocken, fühlten die romantische und wohltönende "Böhmische Liebe" in feinsten Klängen.

Während draußen vor den Fenster der Halle leise zarter Schnee auf saftig grüne Wiesen rieselte, ging es für die Konzertbesucher in wärmere Gefilde, ins warme Kalifornien, ins heiße Griechenland, in den schwülwarmen Dschungel.

Mit "Arrival" , eines der erfolgreichsten Alben der schwedischen Pop-Band ABBA, eröffnete der Nachwuchs den abwechslungsreichen Abend. Die Jugendkapelle unter der Leitung von Walter Winterhalder präsentierte zudem Filmusik aus dem Musical "Die Schöne und das Biest". Nach diesem gelungenen und spielerisch leichten Abflug hatten die Passagiere ihre Flughöhe in Rekordzeit erreicht und konnten sich anschließend bequem zurücklehnen und genießen. In schöner Tracht und mit blank geputzten Instrumenten glänzten die beiden Kapellen. Klanggewaltig, energiegeladen erlebten die Gäste einen langsamen Blues mit jazzigem Rockstil, schwungvolle Rhythmen bei Marsch und Polka, bei denen zuerst mitgeklatscht und später mit den Füßen kräftig gestampft wurde.


Auch eine Premiere konnten die Fluggäste bestaunen. Franca Ferroni und Leticia Vent-Schmidt begleiteten den Musikverein Kappel bei der geheimnisvollen Reise durch die neblige Insel. Mit ihren Blockflöten standen die beiden zehnjährigen Nachwuchsmusikerinnen scheinbar entspannt wie die Profis auf der Bühne und meisterten ihren kleinen Auftritt mit großem Erfolg. Lang anhaltender Applaus war der Lohn für ihren mutigen Einsatz.

Viel Beifall und jede Menge Zugaben füllten das flugtaugliche Programm des Doppelkonzerts. Dirigent Wolfgang Wehrle vom Musikverein Dittishausen und Anna-Lena Huber, die erst seit 2017 den Musikverein Kappel am Taktstock die Richtung vorgibt, führten ihre Schützlinge mit Hingabe durch den Rundflug. Gottfried Hummel lobte die jüngste Dirigentin im Verband für ihre souveräne Leistung und verriet: "18 Vereine suchen derzeit Dirigenten." Wer Huber beobachtete, sah, wie leicht und locker sie inzwischen ihr Handwerk ausübt, wie sie stets mit einem Lächeln ihr Engagement begleitet. Schwungvoll folgten ihr die Musiker und Musikerinnen auf der voll besetzten Bühne. Mit höchster Genauigkeit und viel Charme bediente sie mit der Kapelle mühelos die zahlreichen Facetten der Blasmusik.

Auf der letzten Station der spektakulären Reise um die Welt legte die Crew einen Stopp in Griechenland ein und forderte die Gäste zum gemeinsamen Tanz auf. Mit "Zorba The Greek" zauberte die Kappel den weltberühmten Sirtaki-Tanz von Alexis Sorbas in die Hochfirsthalle. Langsam fing der Volkstanz an, dabei bewegten die Musiker sich mal nach rechts, mal nach links. Auch Huber ließ sich erkennbar von den schönen Klängen mitreißen. Während des immer schneller werdenden Stücks bedankte sich die Dirigentin bei ihrer Kapelle, indem sie die einzelnen Register aufforderte, sich zu erheben. Dabei spendete nicht nur sie der Trachtenkapelle ihren Dank. Auch aus dem Publikum waren neben stürmischem Beifall jede Menge Bravo-Rufe zu hören.
Jungmusiker-Leistungsabzeichen: Lukas Grüninger (Trompete) hat das Abzeichen in Bronze abgelegt. Jakob Drathschmidt (Waldhorn) und Lukas Winterhalder (Klarinette) haben die Prüfung in Silber mit Erfolg abgelegt.
Ehrungen: Als Vertreter der Bund Deutscher Blasmusikverbände überreichte Gottfried Hummel Philipp Winterhalder für 25 Jahre die silberne Ehrennadel. Geehrt wurden auch die langjährigen passiven Mitglieder: Alexander Gfell (25 Jahre), Claudia Blessing, Ernst Schupp und Karl Schupp (alle 40 Jahre), Paul Doorenz, Hildegard Drescher und Viktor Sigwarth (alle 50 Jahre).

 

 

Wir freuen uns, Ihnen unser Frühjahrskonzert wieder als

Doppelkonzert präsentieren zu können.

Kappler Blasorchester erfüllt Dirigentin mit Stolz

Bericht von Wolfgang Scheu in der BZ vom 01.02.2019

Matthias Haury und Felix Drathschmidt für 30 aktive Musikerjahre ausgezeichnet / Katharina Schiehlen ist neue Schriftführerin.

Badische Zeitung, Wolfgang Scheu

Das Adventskonzert des Musikvereins Kappel lockt wieder viele Besucher an / Großer Applaus für Anna-Lena Huber.

LENZKIRCH-KAPPEL. Zu einer "besinnlichen Stunde mit ausgewählten Stücken" hatte der Musikverein Kappel in die Sankt-Gallus-Kirche eingeladen. Das Adventskonzert lockte wieder so viele Besucher an, dass selbst die Empore gut besetzt war. Bestens platziert im ehrwürdigen Gemäuer erklang von dort oben als Einleitung das Stück "Zwei Tänze" von Michael Schultheis, besser bekannt unter dem Namen Praetorius. Es war nicht nur ein Klanggenuss, diese Zugabe vorab war nicht angesagt und kurzfristig ins Programm aufgenommen worden, der Applaus für das Blech-Quintett mit Robert Stoll (Tuba), Agnes Kövary, Felix Drahtschmidt (Posaunen) sowie Walter und Tobias Winterhalter (kleines Blech) war enorm.

   
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